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jetzt neu: Buchkritik

Buchkritiken jetzt auch im Blog von Signore E.  
Das Blütenstaubzimmer von

Zoe Jenny, geboren 1975

 

Das Mädchen mit dem traurigen Blick (diese Bezeichnung stammt übrigens von einem namhaften Redakteur der süddeutschen Zeitung) ist der neue Star am Himmel der deutschsprachigen Literatur. Ihr Roman “Das Blütenstaubzimmer” wurde ein Riesenerfolg. Die Jugendliche Jo begibt sich auf die Reise, um ihre vom Vater getrennt lebende Mutter zu suchen. Jos Mutter ist psychisch krank und vernachlässigt ihre Tochter. Ziel der Kritik ist nicht mehr die bürgerliche Gesellschaft mit ihren einengenden Normen und ihrer rigiden Moral, sondern die Orientierungslosigkeit der Eltern der 68er Generation. Das Buch erzählt auch von Jo Freundin Rea, die aus einer Unternehmerfamilie stammt und ebenfalls kein eindeutiges Wertesystem besitzt. Jo begegnet in Ihrem Leben den Drogen der Technogesellschaft. Insgesamt greift sie einen ganzen Kanon an Themen auf, von der Wirkung des Schlafmittels Rohypnol, dessen Name, sofern man ihn ausspricht, bereits eine beruhigende Wirkung hat. Das ist übrigens eine Erfahrung, die ich auch gemacht habe. Jo langweilt sich in der Kirche und wundert sich über vollautomatische Toiletten. Sie spielt gerne Gameboy und fragt sich, wie leicht wir die Katastrophen in Computerspielen bewältigen, während wir mit lapidaren Situationen im Leben nicht zurechtkommen.

 

Ein sehr moderner Roman!

 

Bonjour Tristess von

 

Francoise Sagan, geboren 1935

 

Francoise Sagan ist inzwischen eine modernere Klassikerin geworden. Berühmt wurde sie achtzehnjährig mit ihrem Erstlingswerk “Bonjour Tristesse”. Ich habe sie ausgewählt, weil sich “Bonjour Tristesse” besonders gut mit Zoe Jennys Werk “Das Blütenstaubzimmer” vergleichen lässt. In beiden Werken spielen erwachsen werdende Mädchen die Hauptrolle. Beide haben untreue Väter, die ihre Partner, ohne Schuldgefühle zu haben, wechseln. „Bonjour Tristesse“ hat mich stärker fasziniert als das Blütenstaubzimmer, das mag daran liegen, daß ich aus einer eher wertkonservativen Familienumgebung stamme. Cecile ist regelrecht abhängig von ihrem starken Vater, der charmant und selbstsicher wirkt. Sagan versteht es, den Gewissenskonflikt eines jungen Mädchens, das gleichzeitig anständig aber auch lustbetont liederlich sein möchte, darzustellen. So bewundert sie Frauen, die dem ältesten Gewerbe der Welt nachgehen, arbeitet aber auch an Ihrem Schulabschluss. Über dem Buch schwebt die Philosophie von Henri Bergson, der auch in „Bonjour Tristesse“ immer wieder zitiert wird. Das Wunder des Lebens und letztlich seine Unerklärbarkeit ist typisch für diese Philosophie. Letztlich muss Cecile feststellen, dass Bücher traurig machen, während die zärtliche und leidenschaftliche Liebe die Persönlichkeit durchdringt.

 

 

7.1.10 20:48
 


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